DIE IDEE

Was wenn wir einen Ort, den wir fast jeden Tag betreten und ein Objekt, dass wir täglich in unseren Händen halten, aber nie drüber nachdenken da es immer Mittel zum Zweck ist, als Hauptakteur unserer Künstlerischer Arbeit erklären?

In einer Stadtgesellschaft, die zunehmend anonymisiert ist, wird der Gang zum Supermarkt für manche Menschen zur einzigen sozialen Interaktion am Tag- und er bleibt einer der wenigen Ort, an denen sich Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten begegnen.

In dem Stück „Symphony of a shopping cart“ nehmen wir einen radikalen Perspektivwechsel vor und lassen die Einkaufswägen, die von uns jeden Tag ind er Gegend herum geschoben werden und von Mensch zu Mensch gereicht werden, selber zu Wort kommen.

“EIN IMMERSIVES Format bei dem die rolle von publikum und darsteller:innen auf den KOpf gestellt wird “

Die Grundidee des Konzepts ist es, ein Konzert zu veranstalten, bei dem sich das Publikum frei im Raum bewegen kann und die Einkaufswägen schieben kann. Diese sind mit Sound und Licht ausgestattet und beginnen im Laufe des Stückes zu flüstern – jeder Einkaufswagen nimmt dabei einen Charakter an und animiert das Publikum zur Interaktion.

In vier kurzen Akten tauchen wir in unterschiedliche Wahrnehmungen desselben Ortes ein. Durch die Ebenen von Musik, Text, Publikumsinteraktion und Licht werden die vier Perspektiven auf den Supermarkt immersiv erlebbar gemacht.

Dabei wird die Rolle von Publikum und Darsteller:innen auf den Kopf gestellt: Die Einkaufswägen geben Handlungsanweisungen an die Personen, die sie schieben. So wird das Publikum – angeleitet von den Objekten – selbst zu den ausführenden Darsteller:innen.

DIE MUSIK

“Das ineinanderweben von Pop, zeitgenössischer- und BarockMUSIK schafft einE einzigartige Klangsprache – eine Einladung, nicht in Genres zu denken, sondern sich neugierung auf die jeweiligen klangwelten einzulassen”

Die emotionalen Zustände, die im Supermarkt aufeinanderprallen, werden durch das Publikum sichtbar gemacht.

Und nichts eignet sich besser, um diese emotionalen Zustände intensiv erlebbar zu machen, als die Musik. In der Barockmusik gibt es durch die Affektenlehre klar vorgeschriebene emotionale Zustände, die sich den leicht karikierten Charakteren der Einkaufswägen bestens zuordnen lassen.

Um den Kontrast von dem anonymen, kapitalistischen und zweckgebundenen Ort des Supermarkts zu den persönlichen Wahrnehmungen darzustellen, haben wir die rein akustische Barockmusik in Kontrast zu elektronischer Musik gestellt.

Durch die Verbindung von dem Furore Ensemble als Barockensemble und Mylene Kroon als Sängerin mit Live-Electronics ergibt sich ein sehr breites Farben- und Klangspektrum, durch das der Supermarkt akustisch beleuchtet werden kann.

TRAILER

DAS TEAM

MYLENE Kroon

Mylène Kroon ist eine vielseitige Künstlerin zwischen Oper, Jazz und elektronischer Musik. Nach ihrem Masterstudium im Operngesang an der Hochschule für Musik Detmold und Auftritten als Alt-Solistin wandte sie sich dem Jazz und später der vokal-elektronischen Musik zu.

Mit analogen Synthesizern und elektroakustischen Elementen performt sie eigene Kompositionen, die sie „Electronic Philosophic Music“ nennt. Ihre Kombination aus tiefgründigen Texten, besonderen Harmonien und analogen Beats prägt ihren unverwechselbaren Stil.

Zu den Highlights zählen Auftritte beim Bochumer Musiksommer, beim Beethovenfest Bonn sowie die multimediale Poetry-Performance On the Road Again am Landestheater Neuss. Aktuell studiert sie Integrative Komposition mit Schwerpunkt Elektronische Komposition an der Folkwang Universität der Künste bei Prof. Michael Edwards.

Komposition, Gesang, Live electronics

Furore ensemble

Das Furore Ensemble verbindet Barockmusik mit kreativen Konzertformaten und innovativen Performancekonzepten. Neben der Auseinandersetzung mit historischer Aufführungspraxis widmet sich das Ensemble besonders selten gespielter Musik von Komponistinnen und erweitert den klassischen Kanon durch interdisziplinäre Projekte.

Im Rahmen des TONALi-Stipendiums entwickelte das Ensemble die Performance Symphony of a Shopping Cart in einem leerstehenden Kaufhaus in Aachen. Zudem gestaltet das Furore Ensemble bereits im zweiten Jahr gemeinsam mit Jugendlichen das Festival JUBA des zamus. Aktuell entstehen weitere Formate, darunter ein interaktives Konzert zur Carte de Tendre mit Musik von Komponistinnen. Außerdem wird das Ensemble im November eine Installation bei den Tagen Alter Musik in Herne präsentieren.

Barockensemble
Künstlerische Leitung

Sophia Hegewald

Sophia verbindet ihre Arbeit als Barockoboistin und Fotografin mit kreativen Konzertformaten und innovativen Performancekonzepten. Neben der Auseinandersetzung mit historischer Aufführungspraxis widmet sie sich besonders selten gespielter Musik von Komponistinnen und entwickelt interdisziplinäre Projekte zwischen Musik, Raum und Bildsprache.

Während ihrer Zeit als TONALi-Akademistin entstand zunehmend der Wunsch, fotografische Bildideen in erlebbare Räume zu verwandeln. So entwickelte sie Formate mit begehbaren Bühnenbildern, flüsternden Einkaufswägen oder Stummfilmen, die sie mit Barockmusik und eigenen künstlerischen Konzepten verbindet.

  • Stell dir vor, es ist ein ganz normaler Montag und du trottest in den Supermarkt. Auf einmal geht das Licht aus. Die Einkaufswägen leuchten in einem geheimnisvollen Licht auf und tauchen den Supermarkt in eine zauberhafte Atmosphäre.

  • Aus der Ferne erklingt eine Geigenmelodie, während sich ein leises Flüstern im Raum ausbreitet. Es kommt aus den Einkaufswägen, die dich auffordern, der Musik zu folgen. Du gehst um die nächste Regalecke und stehst plötzlich vor einem Barockensemble. Für einen kurzen Moment scheint der Alltag stillzustehen und der funktionale Ort des Einkaufens verwandelt sich durch die Musik in etwas Fremdes und Poetisches.

  • Dann geht das Licht wieder an – und du kehrst zurück in den Montag.

KONZERTMITSCHNITT

Live Mitschnitt: Aufführung im ehemaligen Kaufhaus Lust auf Life in Aachen, 06/2025